Politblog FDP.Die Liberalen Luzern

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Dieser Artikel wurde am 06. Jul. 2016 geschrieben, und ist in der Kategorie FDP Luzern, FDP.Die Liberalen Luzern, Kantonsrat.

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Zähes Ringen um KP17

Genau vor sieben Monaten schrieb ich meinen letzten „Brief aus Luzern“. Zum Thema wählte ich damals den Inhalt der Tags darauf folgenden Kantonsratssession: den Voranschlag 2015. Ich versuchte medial zirkulierende Falschinformationen über Verantwortlichkeiten und die Steuerpolitik des Kantons Luzern zu klären und nannte Beispiele für die vielen, äusserst sehr gut und komfortabel ausgebauten staatlichen Angebote und Leistungen im Bildungs- und Gesundheitsbereich sowie unsere moderne Infrastruktur und den hohen Baustandard der kantonalen Bauten . Dabei stellte ich die Forderung, dass endlich bestehende Strukturen und Leistungen auf Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit überprüft werden sollen. Ich verlangte die Diskussion darüber, welche Aufgaben der Staat wirklich zu erbringen habe und setzte Hoffnung in das heute bereits bekannte Konsolidierungsprogramm KP 17.

Leider musste ich bei der Debatte der Juni Session feststellen, dass vielen KollegInnen im Rat die Flughöhe dieses Planungsberichtes KP 17 nicht wirklich bewusst war. Statt KP 17 als Planungsbericht zu beraten, und die übergeordnete Sicht zu erkennen, in welcher die Regierung ihre Lösungsvorschläge und Wege aufzeigte, wie das bestehende Finanzproblem und die strukturellen Defizite im Kanton Luzern zu lösen seien, verkam die Debatte regelrecht zu einer Budgetdebatte, wie wir sie aus den letzten Jahren kennen: Sparen Ja aber….. .Es wurden -ziemlich willkürlich und unsystematisch -Themenfelder gestrichen obwohl es bei diesem KP 17  nicht um konkrete Umsetzungsmassnahmen ging, sondern es sich um Prüfungsvorschläge bestimmter Massnahmen oder Strukturäderungen bzw. um Auswirkungen geplanter Organisationsentwicklung in den einzelnen Departementen handelte.

Prüfung – und Denkverbote sind für die FDP. Die Liberalen nicht akzeptabel. Aus meiner Sicht gehört Reflexion über eigenes Handeln und seine Auswirkungen sowie allfällige Anpassung der Handlungsweisen sowohl privat wie im Beruf zur Pflichtaufgabe eines und einer  Jeden. Eine solche Handlungsweise bedeutet Wahrnehmen von Selbst – oder Eigenverantwortung, fördert den Gemeinsinn und verheisst Freiheit. Überprüfen der Situation, Reflektieren und Anpassen der Bedürfnisse an die Möglichkeiten führt vermutlich eher zu Glück als umgekehrt. Was Bürgerinnen und Bürger in Ihrem eigenen Haushalt und Lebensalltag nicht lassen, sollen auch PolitikerInnen der Legislative und Exekutive regelmässig und systematisch tun. Schade ist es dem Kantonsrat nur unvollständig gelungen, bei KP 17 die richtige Flughöhe zu behalten.

Doch will ich nicht weiter bei diesem derzeit vielseitig angesprochenen Thema verharren, gab es doch in den letzten Wochen viele erfreuliche Nachrichten und Berichte über erfolgreiche Schulabschlüsse und bestandene Prüfungen. Bilder mit glücklichen Jugendlichen füllten Zeitungen und die Berichte  über Diplomfeiern waren voll des Lobes.

Ich hatte das Glück, bei einer dieser Feiern dabei zu sein, und einer ungewohnten aber sehr sympathischen und äusserst anregenden Festansprache zu folgen.

In einer Mustervorlesung, wurde den Anwesenden die Faszination und Schönheit der Natur in ihrer Ganzheit und riesigen Dimension aufgezeigt. Mit einem Experiment wurde verdeutlicht, wie verschiedene physikalische Grössen und Eigenschaften wirken können, unsere Wahrnehmung beeinflussen und dabei persönliche Empfindungen buchstäblich unter die Haut gehen können.

Wieder einmal mehr wurde mir bewusst, was „guter Unterricht „ ausmacht: Persönlichkeit, Begeisterung für das was man unterrichtet und Überzeugungskraft, die Begeisterung und eigenes Wissen dem Gegenüber näher zu bringen.

Das angesprochene Thema über die Dimension und die Schönheit der Natur beschäftigten mich noch länger. Die Grösse der kleinsten Atomteilchen in Beziehung zu setzen mit riesigen, weit entfernten Galaxien und Gestirnen und diese bildlich darzustellen ist faszinierend. Bilder, die beeindrucken. Grössenunterschiede, die nur mit Potenzzahlen darzustellen sind, der Mensch und seine unmittelbare Umwelt mitten drin, als kleines Teil.

Wie relativ erscheinen unter diesem Aspekt die medial hochgeschaukelten Probleme.

Wie wichtig wäre eine Denkpause und Konzentration auf das Wesentliche und Nötige.

 

Der Sommer ist da, wenn auch wettermässig noch nicht ganz stabil so verspricht er doch Vielen Ferien und Entspannung. Ich wünsche Ihnen sonnige und erholsame Sommertage und gönne Ihnen von Herzen eine viel versprechende Denkpause.

Viele Grüsse

Angela Pfäffli, Kantonsrätin FDP. Die Liberalen, Grosswangen

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