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Dieser Artikel wurde am 25. Apr. 2016 geschrieben, und ist in der Kategorie Gemeinde, Kantonsrat, Wahlen.

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Wie viel darf ein Exekutivamt wert sein?

Am 1. Mai 2016 sind wieder Gemeinderatswahlen. Laut Eingaben der verschiedenen Parteien gibt es in verschiedenen Gemeinden Kampfwahlen ums Präsidium oder um einen Sitz in den Gemeinderat respektive Stadtrat.

Dies hat auch die Neue Luzerner Zeitung bewogen, eine Umfrage in den verschiedenen Gemeinden betreff Besoldung der Gemeinderäte sprich Gemeindepräsidenten vorzunehmen. Obwohl in jeder Gemeindeabrechnung die Besoldung klar ausgewiesen wird, kann die Öffentlichkeit dies nicht immer gleich entziffern.

Ich bin klar der Meinung, dass Exekutivmitglieder ordentlich entschädigt werden müssen, denn ihr Engagement rechtfertigt dies. Jede Gemeinde mit ihrem persönlichen Führungsmodell ist anderes gelagert. Löhne sind nach wie vor Sache der Gemeinden und ich denke kaum, dass hier in die Autonomie jeder einzelnen Gemeinde eingegriffen werden muss.

Die Frage sei vielmehr erlaubt, was viele Persönlichkeiten bewegt, sich für die Wahl eines Exekutivamtes zur Verfügung zu stellen.

Verglichen zum Kantonsrat, bekomme ich immer wieder von Kolleginnen und Kollegen, die einem Gemeinderat angehören, folgende Argumentation zu hören: Im Gemeinderat kann viel schneller und viel effizienter entschieden werden als im Kantonsrat.

Die Wege sind viel kürzer, überschaubarer und die Entscheidungsfreudigkeit deshalb auch viel grösser. Auch spielt die Bürgernähe eine wesentliche Rolle. In einer mittleren oder kleineren Gemeinde kennt man sich zum Teil persönlich. So kann ein echter Dialog auch neben der gemeinderätlichen Arbeit, sei es am Arbeitsplatz oder auf einem Spazierweg, stattfinden.

Als Wahlkreispräsidentin durfte ich an einigen Nominationsversammlungen teilnehmen. Ich war immer wieder begeistert, mit wie viel Engagement diese Personen ihre Arbeit für ihre Gemeinden geleistet hatten. Sie stellen sich wiederum einer Wahl, um die Gemeinde weiter zu entwickeln, ja sie vorwärts zu bringen, oder werden sich mit vielen schönen Erinnerungen an eine erlebnisreiche Zeit verabschieden. Ich war aber auch tief beeindruckt, wie viele junge Persönlichkeiten sich für eine Wahl zur Verfügung stellen, sei es für eine Kommissionsarbeit oder als Mitglied in den Gemeinderat. Ich spürte auch ganz viel Herzblut und Leidenschaft, so dass nominierte Personen sagten: Ich will der Gemeinde etwas zurückgeben, von dem ich jahrelang als Sportler oder als Vereinsmitglied profitieren konnte.

Auch selten habe ich gespürt, dass der finanzielle Anreiz für eine Besetzung des Amtes entscheidend war. Eher das vorhandene Gemeindemodell mit dem verbundenen Pensum war mitentscheidend, ja sogar von grösster Wichtigkeit, ob sich jemand nebst Beruf, Familie und Engagement in der Freizeit auch für ein Exekutivamt zur Verfügung stellen kann.

Bedenkt man, dass bei einem 30-Prozent-Pensum noch keine Wocheneinsätze respektive Repräsentationsaufgaben eingerechnet sind, würde man vergleichsweise in der Privatwirtschaft sicher mehr verdienen.

Dazu kommt, dass jeder Bürger oder jede Bürgerin auch erwarten darf, dass die gewählte Person zusammen mit dem Gesamtgremium für die Gemeinde Verantwortung übernimmt, ja sogar ihre eigenen Interessen, ihre politische Parteizugehörigkeit in den Hintergrund stellt, denn da ist nur noch das Kollegialprinzip gefragt. Somit schätze ich die Bereitschaft der vielen Kandidatinnen und Kandidaten für ein Exekutivamt noch viel höher ein, wohl wissend, dass nicht jede oder jeder gewählt wird. Denn wie sagt man doch so schön: Wer sich einsetzt, der setzt sich gleich auch aus!

Aber letztlich habe ich immer wieder gehört, dass ihnen die Erfüllung des Amtes sehr viel Freude bereite und man eine Aufgabe erfüllen dürfe, die doch von den meisten Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden geschätzt werde.

So hoffe ich nun, dass die Arbeiten nicht nur geschätzt werden, sondern der Wahlkampf unterstützt wird von Achtung und Respekt gegenüber jedem Einzelnen, damit die Sache verbunden mit der nötigen Verantwortung im Vordergrund steht und nicht politisches Geplänkel, so dass sogar gestandene Gemeinden entzweit werden.

Am 1. Mai 2016 resp. am 5. Juni 2016 (zweiter Wahlgang) wissen wir auch, welche Gemeinderätinnen und Gemeinderäte zu neuen Taten aufbrechen und ihre Wahlversprechungen mit Herzblut und Leidenschaft für ihre Gemeinden einsetzen. Gehen sie deshalb abstimmen und nehmen auch sie ihre Verantwortung als Bürgerin oder Bürger gegenüber ihrer Gemeinde wahr.

Ich wünsche ihnen liebe Leserinnen und Leser vorerst einen schönen Frühling. Erfreuen wir uns an den wärmenden Sonnenstrahlen und tanken neu auf, denn Frühlingszeit ist Aufbruchszeit!

 

Hildegard Meier-Schöpfer

FDP.Die Liberalen, Reiden

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