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Dieser Artikel wurde am 16. Apr. 2014 geschrieben, und ist in der Kategorie Allgemeines, Gemeinde, Leserbriefe.

Romy Odoni: Regulierung verhindert situationsgerechtes Handeln

Zum Artikel in der NLZ vom 14.4.14 „Tempo 30: Positives erstes Fazit“

Nach einer Woche Pilotversuch mit Tempo 30 durch den Flecken Rothenburg ziehen sowohl der Abteilungsleiter der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur, Andreas Heller, als auch der zuständige Gemeinderat Arthur Sigg ein erstes positives Fazit. Es genügt ihnen, dass Sie „abgesehen von einigen Leserbriefen noch nichts Negatives gehört haben“. Diese einfache Schlussfolgerung überzeugt mich nicht.

Gegenüber vorher hat sich mit dem neuen Tempo-30-Regime tatsächlich wenig geändert, ausser, dass der Verkehr von Rain her mit der Verengung zusätzlich gebremst wird. Das ist besonders für die Velofahrer gefährlicher als vorher, weil ihnen nun ein Hindernis direkt im Weg steht und sie auf die Fahrbahn ausweichen müssen. Ich frage mich allerdings, wie sich eine solche Massnahme rechtfertigen lässt, wenn damit kein Mehrwert geschaffen wird. Beide hier genannten Herren bestätigen, dass die Verkehrsteilnehmer schon vorher nicht schneller als mit 40 Stundenkilometern durch den Flecken gefahren sind. Sie haben also mit gesundem Menschenverstand und in Eigenverantwortung ihr Verhalten der komplexen Verkehrssituation angepasst. Ganz ohne staatliche Regulierung. Es ist mir auch nicht bekannt, dass es im Flecken Rothenburg zu Unfällen gekommen wäre. Und nur dies könnte ich als Grund für ein neues Tempo-30-Regime auf einer Kantonsstrasse akzeptieren: Wenn damit die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer verbessert würde.

Für mich ist diese Tempo-Beschränkung eine unnötige und unverhältnismässige Regulierung. Sie beschäftigt die kantonale und kommunale Verwaltung und die Polizei, bläht die Bürokratie auf und belastet die Steuerzahler. Einen Mehrwert für den Kanton gibt es allerdings schon. Wenn die Polizei nachts im Flecken Geschwindigkeitskontrollen macht, wird sie leicht Hunderte von Franken Bussengelder einkassieren können. Weil niemand einsieht, warum man nachts auf unbelebter Kantonsstrasse mit 30 Stundenkilometern kriechen soll. Hier gilt: Weniger Regulierung erlaubt mehr situationsgerechtes Handeln, ohne damit zur Verkehrssünderin zu werden.

Romy

 

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