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Dieser Artikel wurde am 03. Mrz. 2014 geschrieben, und ist in der Kategorie Allgemeines.

Philipp Brun: Perfektes Fasnachts-Sujet

Leserbrief zu «Luzerner Fest: Überflug der Patrouille Suisse ist gestoppt», Ausgabe vom 27. Februar

Der Luzerner Stadtrat gibt pünktlich zur närrischen Zeit das perfekte Fasnachts-Sujet ab. Er lehnt das Gesuch um eine Flugshow der Patrouille Suisse im Rahmen des Luzerner Festes ab und äussert Bedenken bezüglich Lärm- und Umweltbelastung.

Die Argumente unserer Stadtregierung sind fadenscheinig und unehrlich: Das Luzerner Fest selbst, mit seinen Tausenden Besuchern und dem Feuerwerk am Abend, ist nicht gerade dafür bekannt, besonders lärmarm über die Bühne zu gehen. Zudem ist Emmen die Heimbasis der Kunstflugstaffel, und über das ganze Jahr betrachtet wird es aufgrund dieses Auftritts kaum zusätzliche Flugbewegungen im Raum Luzern geben. Es geht der Regierung wohl vielmehr darum, ihre linksgrüne Agenda zu unterstreichen.

Es wäre eine besondere Ehre gewesen, wenn die Patrouille Suisse im Jahr ihres 50-Jahr-Jubiläums – und des 100-Jahr-Jubiläums der Luftwaffe – am Luzerner Fest aufgetreten wäre. Der Stadtrat hat offenbar die Tragweite seines Entscheids zu wenig durchdacht. Wahrlich eine verpasste Chance.

Ein Kommentar

  1. Jenseits von Diskussionen, die niemand führen will betr. die Sicherheit der Schweiz, demonstriert derzeit Eurasiens professionellster Politiker, Wladimir Putin, dass nicht die Wirtschaft das Schicksal ist, sondern, wie Napoleon es vor seinem Russlandfeldzug schon sagte: “Die Politik ist das Schicksal.”

    Bundespräsident Burkhalter wird vorgeworfen, in dieser Sache zu leise vorzugehen. Aber als Präsident der OECD kann er nicht mit dem Megaphon herumlaufen. Dabei sind sog. Vermittlungen von geringer Bedeutung. Ein Völkerrecht, das einen rückgängig zu machenden Unrechtsentscheid von Diktator Chruschtschew, der 1954 im obersten Sowjet in zehn Minuten abgehandelt wurde, als Todsünde brandmarkt, ist frei von politischen Überlegungen.

    Es war ein sehr viel grösseres Unrecht, dass vor 72 Jahren Schweizer Dörfer auf der Krim, die blühend waren und seit 1804 existierten, etwa “Zürichtal” mit Besiedlung aus dem Säuliamt, “umgevolkt” wurden, und zwar mit Deportationen der Siedler nach Sibirien, weil die Schweizer automatisch als Deutsche gezählt wurden. Ihr Kirchturm wurde von Kommunisten in die Luft gesprengt, das war einiges brutaler als unser Minarettverbot.

    Putin muss von unserer Seite nicht hofiert werden, aber noch viel weniger müssen wir uns einer fragwürdigen internationalen Gemeinschaft anschliessen. Die Krim hat mit 400 Jahren russischer Schwarzmeerpolitik zu tun, das ist nicht zu vergleichen mit Politaktionen, die lediglich auf die nächsten Wahlen ausgerichtet sind.

    Die bedeutendste Lehre dieser Geschichte ist, dass auch die von Russland ausdrücklich anerkannte und geförderte bewaffnete Schweizer Neutralität, seit 1815, heute an Bedeutung gewinnt. Zu deren Bestätigung braucht es eine angemessene Luftraumüberwachung, und zwar nicht bloss zu Bürozeiten. Das ist wichtiger, als dass Theologiestudentinnen, die zum Teil nicht mal die Bibel im Urtext lesen können, weil die entsprechenden alten Sprachen am Gymnasium nicht mehr gelehrt werden, durch Erasmusprogramme ausgetauscht werden. Die Sicherheit ist die erste Staatsaufgabe. Von Putin und der Ukraine und auch vom Schweizer Bekenntnis zur Unabhängigkeit vom 9. Februar was lernen, heisst sich auf das Einmaleins der Politik besinnen und in diesem Sinn im Mai eine vernünftige Entscheidung fällen, wenngleich das mit dem Gripen nichts mit der besten Armee der Welt zu tun hat, bloss mit dem Minimum, was wir unserem Lande schuldig sind. Auch nach der Fasnacht, finde sie nun in Luzern oder wie nächste Woche in Basel statt, wird und muss es noch Politik geben, nicht bloss Wirtschaft.

    Pirmin Meier, Autor und Lehrer der Staatskunde, Rickenbach

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